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Die Elefanten von Sri Lanka
Die Elefanten von Sri Lanka


 

von Uta Kubik-Ritter
Sicher! Sri Lanka ist weit mehr als eine „Elefanteninsel“ und wir zwei (Hubert & Uta) haben sehr viel mehr Bilder, Erlebnisse und Erinnerungen mit nach Hause gebracht. Doch als wir all unser Foto- und Filmmaterial gesichtet haben, fallen die unzähligen Elefantenbilder auf. Was liegt da also näher, als einen Reisebericht der anderen Art zu schreiben. So wie diese unendliche Elefantenstory.

Wir reisen immer alleine und ganz individuell. Pauschalreisen ist nicht unsere Welt und so haben meine Kontakte zu Nucleus.de schnell den Weg geebnet zu Prosyn. Und schnell wird klar, dass wir die Reise nach Sri Lanka mit diesem Projekt planen. Ganz ohne etablierte Reiseanbieter, sondern direkt mit den Leuten vor Ort.

Es geht los: Am 31.02.04 startet unser Flieger von Düsseldorf via Dubai nach Colombo. Nimal empfängt uns am Airport und zusammen werden wir jetzt auf „Elefantensafari“ gehen, denn überall auf der Insel kreuzen wir ihren Weg.

 

Wo wird man schon so freundlich auf einen Elefantenpfad hingewiesen wie hier im Yala Nationalpark. Doch davon später mehr.

Wir beginnen unsere Rundreise nämlich in Sigiriya. Nicht nur der Sigiriyafelsen mit seinen Wolkenmädchen und der Aufstieg auf das 200 m hohe Plateau lassen diese Stadt zum perfekten Standort werden, sondern auch die Königsstädte Anaradhapura und Polonaruwa. Treten wir also ein in die Welt der früheren Herrscher der Insel, die ihre Paläste und Tempel oft mit hohen Mauern und wunderschönen Toren von der Außenwelt abgeschottet haben.

Anuradhapura ist – was auch an der Größe liegt – eine der imposantesten Ruinenstädte im Süden Asiens. Sie war Hauptstadt Sri Lankas vom 5. Jh.v.Chr. bis 8. Jh.n.Chr. Mehr als 100 Singhalesenkönige hatten die Stadt zu ihrer Residenz gemacht und viele Bauwerke spiegeln den Zeitgeist ihrer Erbauer wieder. Den immensen Reichtum der Herrscher kann man noch heute an den unzähligen Lustgärten und Parkanlagen erkennen. Und auch hier – im Ranamasu Uyana (Königlicher Garten) stoßen wir auf Elefanten, die eines der Bäder zieren. Wir bummeln durch diese Anlage und sind froh, nicht in einer der Pauschalgruppen in kürzester Zeit über die Insel zu rei(a)sen. Wir haben Zeit. Und Nimal ist ein hervorragender Kenner seiner Insel und vor allem der Kultur. So sehen wir schöne Dinge, zu denen nicht jeder Tourist kommt.

Um nicht allzu viel Zeit zu verlieren, nehmen wir unser Auto. So kommen wir schnell von einer Sehenswürdigkeit zur Nächsten und müssen die langen Wege nicht zu Fuß machen. Oder – wie man es hier auch den Gästen anbietet – per Fahrrad. Räder sind überall zu leihen. Es geht vorbei an großen Tanks. Künstlich angelegte Seen, da die Gegend trocken ist und man auf diese Weise den Regen aufgefangen hat, um während der regenlosen Zeit das Land bewässern zu können.


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ieder einmal zieht sich an der Straße eine Mauer entlang, die von Elefanten „beschützt“ wird. 
Auf dem Gelände dahinter befinden sich Ruinen eines damaligen Krankenhauses und mehrere Wirtschaftsgebäude. Viel Grün lädt zum Lustwandeln ein in Richtung der Ruvanvelli Dagoba, die mit 96 m ein beeindruckendes Bauwerk und 2150 Jahre alt ist. Umgeben ist die Dagoba von eben dieser Elefantenmauer aus 338 eingemeißelten Elefanten, ein Geschenk burmesischer Buddhisten. 

So vergeht der Tag. Das Klima ist recht heiß hier in der Region. Und wir sind froh, den späten Nachmittag am Pool unseres Hotels in Sigirya genießen zu können, denn morgen steigen wir erst einmal rauf auf den Sigiriyafelsen und das noch vor Sonnenaufgang, denn wir wollen vor den anreisenden Touristen oben sein und die Kühle des Morgens nutzen. Dieser Tipp von Nimal zahlt sich aus.

Wieder unten und nach einem deftigen Frühstück im Hotel fahren wir nach Polonaruwa. 

Polonaruwa und Anuradhapura liegen 104 km von einander entfernt. Heute sind beide keine Königsstädte mehr. Doch zur damaligen Zeit waren die Orte Heimat vieler Menschen. Wie viele? Genaue Daten darüber liefern die schon seit Jahrtausenden von den Mönchen aufgeschriebene Geschichte der Insel. Aufgeschrieben auf Palmblättern sind sie heute noch ein Dokument vergangener Zeit. Eine umfangreiche Palmblattsammlung ist in den Tempelmauern von Aluvihara untergebracht. Und auch diesen Tempel ziert eine Elefantenmauer ….. 

Die bedeutendsten Bauwerke der Stadt sind heute noch wesentlich besser erhalten als in Anuradhapura. Sie waren jahrhundertelang vom Dschungel überwuchert. Innerhalb der alten Stadt kann man die einzelnen Palast- und Tempelanlagen über gut ausgebaute Straßen erreichen. 
Wir haben unsere Tour im Norden begonnen. Hier konzentrieren sich auch einige Restaurationsprojekte der UNESCO.

Ebenso wie in Anuradhapura findet man in Polonaruwa wunderschöne alte Mondsteine. Den wohl schönsten halbrunden Stein entdecken wir in Anuradhapura. Noch heute sind die Reliefs klar zu erkennen: Der äußere Rand besteht aus Flammen, dann folgt eine Reihe Elefanten, Pferde, Löwen, Kühe, danach kommen Lianen, Schwäne und Lotus folgen, dann wieder Lianen. Zum Schluss – also innen – sehen wir wieder eine Reihe Lotus. Wieder einmal kreuzen wir den Weg der Elefanten.

Nach so viel Kultur steht nun Natur auf unserem Programm. Ein Elefantenritt in Habarana soll uns ein wenig Safarifeeling bringen. Und das tut es auch, denn Kandula – so heißt der Elefantenbulle – trägt uns wiegenden Schrittes durch den Wald, der sich am Ufer des Habarana Sees erstreckt.

Bevor wir in einigen Tagen die dritte Königsstadt Kandy besuchen, zieht es uns jetzt erst einmal ins Hochland. Auf dem Weg dorthin schauen wir dann in dem Tempel von Aluvihara rein. Dort, wo Mönchen die seit Jahrtausenden geschriebene Palmblattchronik der Insel hüten. Oder sind es doch die Elefanten, die auf die kulturellen Schätze der Singhalesen aufpassen? 

Die Tour durch das Hochland ist einmalig. Fast hinter jeder Kurve erwartet uns ein neuer schöner Blick über die Täler und Berge. Teeplantagen, Reisfelder, kleine Dörfer und üppige Vegetation erwarten uns. Wir wollen nach Wasgamuwa in den gleichnamigen Nationalpark und in einer kleinen aber schönen Safarilodge übernachten. Vor dort geht es nämlich am nächsten Tag zu den Weddas, den Ureinwohnern der Insel. 

Wir lassen das Auto am Dorfeingang sehen und machen einen Spaziergang durch den nahen Wald zu der Stelle, an der der bekannteste Weddahäuptling in einem Staatsbegräbnis 1998 beigesetzt wurde. Nimal kannte ihn gut. Als der Häuptling mit 104 Jahren starb, hatte er viel für die Rechte seines Volkes gekämpft. Selbst ihren Namen „Wedda“ hören sie nicht gerne, denn es bedeutet „unzivilisiert“ oder „rückständig“. Die Ureinwohner Sri Lankas bezeichnen sich selbst als Vannialatto (Waldmenschen).

Eigentlich möchten wir lieber Land und Leute kennen lernen und brauchen nicht den Trubel einer Millionenstadt. Doch Colombo können wir nicht „ganz links liegen lassen“. Wir kommen doch hierher, weil wir uns das Perahera Fest nicht entgehen lassen möchten. Am Gangaramaya Tempel wird seit 1979 dieses Vollmondfest organisiert. Die Feierlichkeiten erstrecken sich über drei Tage. Wir haben Tribünenplätze, um ungestört den Umzug von mehr als 80 festlich geschmückten Elefanten, sowie 160 Tanz- und Musikgruppen verfolgen zu können.

Langsam füllt sich der Straßenrand mit Menschen, ein buntes Gewirr aus Einheimischen und Touristen. 

Eigentlich soll die Perahera um 19.00 Uhr beginnen, aber da der Festumzug über eine Hauptstraße geht, hat die Polizei anscheinend Probleme, rechtzeitig den Verkehr umzuleiten. So zieht sich das Ganze bis 20:00 Uhr hin, bis endlich Fackelträger den Beginn der Perahera anzeigen.

Doch gleich am nächsten Morgen verlassen wir Colombo wieder. Es geht nach Kandy, der dritten Königsstadt Sri Lankas. Auf 500 m Höhe gelegen, herrscht in Kandy schon ein Berglandklima vor. Hügelig und waldreich ist die Umgebung der Stadt. Und herrlich grün ist sie auch, denn der Mahaweli Ganga fließt um sie herum. Bis 1815 war Kandy die letzte Königsresidenz und ihre wunderschönen alten Gebäude und Denkmäler sind von der UNESCO im Jahre 1988 zum Weltkultur-Denkmal erklärt worden. So ist heute der legendäre Zahntempel Dalada Maligawa ein „Muss“ für jeden Besucher, die meist am Abend in den Tempel kommen, um an dem Schrein der Zahnreliquie vorbei zu ziehen. Mit Nimal allerdings haben wir dieses Heiligtum am Vormittag besucht. Dann sind meist nur Einheimische im Tempel. Ein anschließender Bummel um den Kandy Lake gehört ebenso zum Programm wie eine Tasse Tee im altenglischen Queen’s Hotel. Da wir genügend Zeit in Kandy haben, stehen abends die Kandy Tänzer auf dem Programm.

Und wo bleiben die Elefanten an dieser Stelle unsere Story? Hier sind sie: im Elefanten Waisenhaus von Pinawella (vor den Toren von Kandy). Wenn irgendwo auf der Insel kleine verwaiste Elefantenkinder gefunden werden, kommen sie nach Pinawella. Schnell finden sie Anschluss an die Gruppe Gleichgesinnter. Viele Elefanten sind schon ihr ganzes Leben hier und haben selbst Junge bekommen.

Wir wollen weiter die Natur genießen und wandern. Was liegt da näher als das Hochland und Nuwara Eliya. Die „Stadt des Lichts“ ist Sri Lankas höchstgelegene Stadt auf fast 1900 m. Inmitten von Tee- und Gemüseplantagen gelegen, ist Nuwara Eliya auch Ausgangspunkt zu den Horton Plains und zum Worlds End. Also wandern auch wir – früh am Morgen – zum Ende der Welt. Eine spektakuläre Felswand, die rund 1600 m in die Tiefe fällt, erwartet uns. Na ja! Wir haben zwar unser Ziel erreicht, aber das Wetter hat nicht mitgespielt. Kurz davor zieht Nebel auf und wir sehen nichts. Einfach nur eine graue Wand. Aber trotzdem hat sich der Weg gelohnt durch eine traumhafte Landschaft mit unzähligen alten Rhododendrenbüschen und flechtenbehangenen Bäumen. Man kann sich richtig vorstellen, dass dies ein idealer Lebensraum für Elefanten ist. Was es auch, aber zur Zeit der Kolonialherren wurden die Tiere unbarmherzig abgeschossen. Es galt als „Frühsport“, noch vor dem Breakfast ein paar Elefanten zu schießen. Sicher könnte man heute noch diese Dickhäuter in den Wäldern sehen, so wie dieses männliche Tier im Yala Nationalpark.

Uns zieht es weiter und so geht es in den Ella Adventure Park. Eine traumhafte Bungalowanlage tief unten am Fluss. Um dorthin zu gelangen, lassen wir unser Hauptgepäck oben an der Straße im Hotel und klettern – nur mit einem leichten Tagesrucksack – durch einen dichten Regenwald einen schmalen Trampelpfad nach unten. Unendlich lang erscheint die Strecke, bis endlich die ersehnte Hängebrücke vor uns auftaucht, die uns über den rauschenden Fluss zur Lodge bringt. Die Ecco Lodge ist behutsam in die Landschaft eingepasst und die 5 Hütten mit den jeweils 2 Wohnbereichen lässt ein lautes überfülltes Hotelleben nicht aufkommen.

Das ist ein klein wenig anders im Safari Village vor den Toren des Yala Nationalparks. Diese Bungalowanlage ist gerade mal ein halbes Jahr alt und mit allen schönen Dingen eingerichtet, die ein Gästeherz höher schlagen lassen. Aber auch bei dieser Anlage wurde auf eine umweltfreundliche Bauweise Rücksicht genommen. 
Zur Erinnerung: auf dem Weg hierher haben wir das Foto mit der „Elefantenkreuzung“ gemacht ….. 
Besonders schön und erlebnisreich sind die Jeepsafaris am frühen Morgen und am späten Nachmittag. Mit Landrover und Fahrer sind wir vom Safari Village zum Gate des Nationalparks gefahren, haben Permit gekauft und einen Ranger „an Board“ genommen. Kein Besucherfahrzeug darf ohne einen solchen Ranger in den Park. Er kennt die Stellen, wo Wild ist und passt auf, dass kein Auto abseits der Strecken fährt.

Und so haben auch wir viel Glück, wie dies Foto eines mächtigen männlichen Bullen zeigt. Nur 50 % der männlichen asiatischen Elefanten hat überhaupt Stoßzähne. Und er ist sich auch seiner Kraft bewusst, denn er lässt sich nicht bei seiner Mahlzeit stören. Schließlich muss ein Tier seiner Statur täglich bis zu 250 kg Grünfutter fressen.

Sri Lanka hat nicht nur ein schönes Inland und grüne Berge, sondern auch eine traumhafte Küstenregion. Was der Gast sucht, findet er: kleine ruhige Dörfer, in denen das Leben seinen gewohnten Gang geht oder auch Orte, die sich ganz dem Tourismus verschrieben haben. Sicher auch mit all seinen Vor- und Nachteilen.

Wir fahren nun erst einmal mit Nimal die Küste entlang nach Unawatuna. Ein kleiner Ort (ungefähr 5 km von Galle entfernt). Nimal hat dort ein kleines Hotel, das auch für uns die nächsten Tage ein Zuhause bietet. Wir sind zwar keine Wasserratten, aber so einige Tage am Meer sind auch nicht zu verachten. Zumal der Strand nicht überlaufen ist. Fliegende Händler sind sehr selten und mit den freundlichen Frauen, die ihre selbst geschneiderten Hosen und Blusen verkaufen wollen, macht ein kleines Schwätzchen auch mal Spaß.

Und wir können uns schon langsam auf die letzten acht Tage unserer Reise einstellen. Wir werden sie im Siddhalepa Health Resort in Wadduwa verbringen. Einem Ayurveda Hotel, das ein richtiges kleines Paradies ist. Schon als wir durch das große Tor fahren, umgibt uns eine himmlische Ruhe. Leise Musik und das Rauschen des Meeres sind (fast) das Einzige, was man hier hört. Die Anlage ist wunderschön. Überall grünt es und dunkles Holz lässt ein harmonisches Ambiente aufkommen. Die Zimmer und Chalets sind groß und stilvoll eingerichtet. Besonders die Bungalows haben alle ihr eigenes Aussehen.

Ob die Gäste nun eine Kur gebucht haben oder – wie wir – einfach nur relaxen wollen, ist egal. Ich jedenfalls habe mich im Ayurvedazentrum beraten lassen und meine Massage- und Badeanwendungen nach einem ausführlichen Arztgespräch selbst zusammen gestellt. Thushari heißt die junge Therapeutin, die mich täglich freudestrahlend erwartet.

Und natürlich erwartet mich auch im Ayurvedahaus ein Elefant. Zwar nur gezeichnet auf einem der wunderschönen Wandbilder, aber immerhin ….. 

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angsam gehen auch die schönsten vier Wochen des Jahres zu Ende und wir packen für den Flug nach Hause. Nicht, ohne einen Elefanten! Zwar nur als einem 26-teiligen Holzpuzzle mit jeweils einem Buchstaben pro Teil, aber es ist ein Elefant. Mit ihm spielt nun unsere Enkeltochter Celia.

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Und jedes Mal, wenn sie mit dem Puzzle auf dem Fußboden sitzt, denken wir an Sri Lanka und die unendliche Elefantenstory. 

Und Sie, liebe Leser? - sind Sie jetzt gespannt auf die anderen (nicht Elefanten-) Geschichten aus Sri Lanka? Dann besuchen Sie uns doch auf unserer Website unter www.kuris-world.com/srilanka.html.

Der Elefant - Arbeitstier und Kultursymbol
     
 

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